Yangwang mit 472,41 km/h: BYD mit Speed-Rekord für Elektroautos

NEWS / 29.08.2025

Yangwang mit 472,41 km/h: BYD mit Speed-Rekord für Elektroautos

Yangwang hat auf der Teststrecke im niedersächsischen Papenburg ein Ausrufezeichen gesetzt: Der U9 Track Edition von BYD hat mit 472,41 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Elektrofahrzeuge aufgestellt.

Auf der Teststrecke in Papenburg ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Elektromobilität gesetzt worden. Die zu BYD gehörende Edelmarke Yangwang hat mit dem Supersportwagen U9 Track Edition eine Geschwindigkeit von exakt 472,41 Stundenkilometern erreicht. Damit wurde der bisherige Weltrekord für Elektrofahrzeuge überboten und zugleich eine Zahl erreicht, die bislang eher im Bereich von reinen Verbrenner-Hypersportwagen erwartet wurde. Der Rekord wurde offiziell von erfahrenen Testfahrern überwacht und dokumentiert.

 

Die Kulisse für diese Fahrt bildete die bekannte Hochgeschwindigkeits-Teststrecke in Niedersachsen, die seit Jahrzehnten von Herstellern genutzt wird, um ihre Fahrzeuge unter Extrembedingungen zu erproben. Dass ein Elektroauto dort nun nicht nur mithalten, sondern einen Weltrekord setzen kann, zeigt den momentanen Stand der Technik – macht aber gleichzeitig deutlich, wie groß die Herausforderungen bleiben, wenn solche Werte eines Tages auch außerhalb der abgesperrten Anlage im Straßenverkehr eine Rolle spielen sollen.

 

Der Yangwang U9 Track Edition basiert auf der bereits bekannten U9-Architektur, die in China seit einiger Zeit verkauft wird, wurde aber für die Rekordfahrt in entscheidenden Punkten angepasst. Herzstück des Fahrzeugs ist eine 1200-Volt-Hochspannungsplattform, die in dieser Form bislang einzigartig im Serieneinsatz ist. Sie erlaubt extrem hohe Lade- und Leistungswerte. Zum Antrieb dienen vier Elektromotoren, die zusammen eine Systemleistung von mehr als 3000 PS entwickeln. Jeder Motor erreicht bis zu 555 Kilowatt (754 PS) und dreht bis zu 30’000 Umdrehungen pro Minute.

 

Die Kraft wird über ein elektronisch geregeltes Allradsystem verteilt, das Drehmoment in sehr kurzen Zeitintervallen an jedes Rad weitergibt. Damit übernimmt die Elektronik gewissermaßen die Rolle, die bei Verbrennern hochentwickelte Differenziale ausfüllen. Unterstützend wirkt eine aktive Fahrwerksregelung, die über einzelne Stellglieder an jedem Rad Nick- und Wankbewegungen reduziert. Yangwang setzt dafür die hauseigene «DiSus-X»-Technologie ein, die nicht nur für bessren Fahrkomfort sorgen soll, sondern vor allem die Bodenhaftung bei hohen Geschwindigkeiten verbessert.

 

Eine Besonderheit bei der Entwicklung des U9 Track Edition liegt in der Reifentechnik. Schon 2024 hat der Hersteller auf derselben Strecke in Papenburg Daten gesammelt, um die Haltbarkeit von Reifen unter Maximalbelastung zu studieren. In Kooperation mit dem Zulieferer Giti Tire entstand schließlich ein Semislick, der speziell auf die Leistungswerte des Fahrzeugs abgestimmt wurde. Eine feine Rändelung an der Schnittstelle zwischen Felge und Reifen soll verhindern, dass es bei extremer Beschleunigung zu Schlupf kommt. Zusätzlich kommt ein hochviskoses Schmiermittel zum Einsatz, um die Reibung unter Kontrolle zu halten. Diese Detailarbeit verdeutlicht, dass Rekordfahrten nicht nur ein Duell zwischen Motorleistung und Aerodynamik sind, sondern auch am Kontaktpunkt zwischen Fahrzeug und Straße entschieden werden.

 

Der Yangwang U9 wird in China bereits als Luxus-Supersportwagen angeboten, zu Preisen umgerechnet ab etwa 1,1 Millionen Yuan, was etwa 140’000 bis 150’000 Euro entspricht. Für die Track Edition, die vor allem auf Rekordfahrten und extreme Fahrleistungen ausgerichtet ist, dürften die Preise deutlich höher liegen, wenngleich konkrete Zahlen für Europa derzeit nicht vorliegen. BYD hat zwar in Europa Fuss gefasst, doch bislang eher im Bereich alltagstauglicher Elektrofahrzeuge wie Limousinen und  SUV. Ob die Marke in Europa und auch der Schweiz tatsächlich einen Supersportwagen im Direktvertrieb anbieten wird, bleibt deshalb fraglich. (pd/ir)

 

www.byd.com

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