Audi A6 Sportback e-tron quattro: Elektrisch durch Eis und Schnee

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Gerade vom Schnee befreit, bereit zur Abfahrt.

TESTS / 27.02.2026

Audi A6 Sportback e-tron quattro: Elektrisch durch Eis und Schnee

Die Folierung lässt den Testwagen wie ein getarntes Vorserienfahrzeug erscheinen. Doch hinter der Erlkönig-Optik steckt ein technisch ausgereiftes Elektroauto, das im Winteralltag überzeugt.

Text: Mario Borri

 

Noch im Dezember war genau dieser Audi im hohen Norden unterwegs – nicht als Prototyp, sondern im Rahmen eines Winter-Härtetests von Audi Schweiz. Bei der e-Nordkapp-Challenge fuhr man mit dem A6 Sportback e-tron quattro von Zürich ans über 3000 km entfernte Nordkapp und zurück. In der Polarnacht spielte die spezielle Prisma-Folierung ihre Stärke aus. Inspiriert von Audis aktiver digitaler Lichtsignatur, reflektierte sie das Restlicht und machte den Wagen selbst im diffusen Dämmerzustand besser sichtbar. 

 

Mitte Februar steht derselbe Wagen wieder in der Schweiz, bereit für den electric-WOW-Test. Hier sind die Nächte kürzer, die Folierung verliert aber auch am Tag nichts von ihrer Präsenz. Nicht nur Autofans drehen sich nach der sportlichen Limousine um. Die Testfahrt führt von Zürich ins Unterengadin nach Scoul, auf der Route mit Autoverlad durch den Vereina-Tunnel.

 

Der Audi A6 Sportback e-tron quattro tritt in der Version mit 428 PS (315 kW) und Quattro-Allradantrieb an. Die 100-kWh-Batterie ermöglicht theoretisch Reichweiten von bis zu rund 700 Kilometern nach WLTP. Im Test zeigt der Bordcomputer bei voller Ladung knapp 500 km an. Wir reisen zu dritt. Ein Teil der Rückbank bleibt besetzt, der andere wird umgelegt. So passt ein paar Ski mühelos ins Fahrzeug, dazu zwei Paar Skischuhe, Koffer, Taschen und Proviant. Und das trotz abfallendem Sportback-Coupéheck.

 

Während die Hinfahrt noch über trockene Strassen führt, ändert sich das Wetter im Engadin in der Folge drastisch. Rund 60 Zentimeter Neuschnee begraben den Audi nach einer Woche unter sich. Und doch bleibt er sichtbar – die Folierung sticht selbst aus der weissen Decke hervor. Am Abfahrtstag sind alle Strassen schneebedeckt, zum Teil mit einer Eisschicht darunter. Hier zeigt der Allradantrieb, was er kann. Anfahren, bergauf, bergab, um enge Kurven – alles wirkt kontrolliert, ruhig, unaufgeregt. Und trotz fast fünf Metern Länge fährt sich der Sportback erstaunlich handlich.

 

Auf der Rückreise, insbesondere auf der Gefällestrecke von Klosters nach Landquart, nutzt der Audi seine Rekuperationsleistung effizient, so dass die Reichweite trotz 70 zurückgelegten Kilometern unverändert bleibt. Geladen wird anschliessend an den Tesla-Schnellladern im Fashion Outlet. Dank 800-Volt-Architektur und bis zu 270 kW DC-Ladeleistung ist der Akku in rund 20 Minuten von 15 auf 100 Prozent gefüllt – schneller, als der Einkaufsbummel dauert.

 

Apropos Einkauf: Der Basispreis des Audi A6 Sportback e-tron quattro liegt bei 83'000 Franken. Für den Testwagen, mit fast allen erhältlichen Extras ausgestattet – leider auch mit dem unsäglichen virtuellen Aussenspiegel -, werden knapp 113'000 Franken fällig. Nicht im Preis inbegriffen: die Folierung.

 

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